Auszug aus den Gemeindezeitungen


Umschlag GZ 4/10

Aufbruch Stille


...so lautet unser Leitthema für die verbleibenden Monate dieses Jahres. „Wie kommt ihr denn dazu?“, wird sich mancher fragen und dabei die Umbaumaßnahmen im Zusammenhang mit dem Brandschutz vor Augen haben. „Aufbruch“ und „Abschluss“ wären wohl nahe liegender gewesen.

Tatsächlich hat es in den letzten Monaten viele Aufbruch- und Umbauarbeiten an Decken und Wänden gegeben. Der Brandschutz fordert seinen Tribut. Eine Ahnung wie alles werden könnte, gibt ja bereits der sehr geschmackvoll eingerichtete große Kinderraum in der unteren Etage. Viele Hände haben mitgewirkt. Einige haben sehr, sehr viel Arbeitsleistung investiert. Andere haben sich auf andere Weise eingebracht. Sei es der so emsig gebackene „Brandschutzkuchen“ (ob diese Bezeichnung zu einem stehenden Begriff werden wird?) oder die einmaligen oder regelmäßigen Sonderspenden. Ein herzliches Dankeschön sei hier schon einmal allen gesagt. Sollte es noch Personen geben, die sich in keiner Art und Weise an diesem „Aufbruch“ beteiligt haben, müssen sie sich nicht durch schlaflose Nächte quälen. Bis es zu dem erhofften „Abschluss“ der Maßnahmen kommt, gibt es immer noch reichlich Möglichkeiten, von denen an anderer Stelle in dieser Ausgabe die Rede sein wird.

Das Leitthema „Aufbruch Stille“ stellt so zwangsläufig einen Kontrast zu unseren Bautätigkeiten dar. Es ist auffällig. Das ist gut, denn es soll ja auch auffallen! Auffallen, mitten in der Hektik dieser Zeit und dem sich ständig um sich selbst drehen. Ulrich Eggers formuliert es so: „In keiner Situation meines Lebens bin ich Gott so intensiv begegnet, wie in der Stille.“ „Aufbruch Stille“ möchten wir aus dieser Perspektive verstanden wissen, als eine Einladung zu einer intensiven Gottesbegegnung. Eine solche Begegnung ist immer ein Schatz für ein Leben. Jesus Christus sagte einmal zu seinen Jüngern: „Bei mir findet ihr Ruhe für euer Leben.“ (Mt. 11. 29) Damit ist wahrlich kein Schaukelstuhl gemeint, in den sich die Jünger zurück lehnen sollten. Christus spricht von der zentralen Ausgeglichenheit im Leben, die weiß woher mein Leben kommt und wohin mein Leben geht. Von der Ausgeglichenheit, die ich mir nicht durch mein Tun erarbeiten kann, sondern die Christus durch seine Anwesenheit selbst in mein Leben hinein gibt. Vor meinem inneren Auge sehe ich den jungen Menschen, der in einem der letzten Gottesdienste während der Ansprache weinte. Befreit weinte! So gnädig und barmherzig, so fürsorglich und stützend ist Jesus Christus. Bei ihm finden wir die Mitte des Lebens, aus der heraus wir befreit leben können.

Viele Gruppen und Kreise der Gemeinde, Bibelabende und Gottesdienste werden in den vor uns liegenden Wochen dieses Thema aufgreifen. Wir laden dazu ein, als Gemeinde gemeinsam ein begleitendes Buch zu lesen und über die Ausführungen in den Predigten zu reden. Vor allen Dingen aber laden wir dazu ein, durch d a s Buch der Bücher, Gottes Wort, in eine Begegnung mit Gott selbst zu kommen. Ich freue mich auf die vor uns liegende Zeit. Ich freue mich auf „Aufbruch Stille“.

Ihr Lothar Beaupain





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